Der höchste Punkt von Friesland – Fryslân

Der Besuch des höchsten Punkts der Provinsje Fryslân wäre eine langweilige Pflichtübung geworden. Denn das friesische Land bietet kaum Höhenmeter. Hätten die Nazis den Friesen nicht zu unverhofften Territorialgewinnen verholfen. Denn das flache Land der Friesen ist geschützt durch vorgelagerten Inseln, die wie eine Perlenkette die friesische Küste zieren. Doch diese hübschen, sandigen und unfruchtbaren Inseln haben die Friesen über Jahrhunderte nicht interessiert. Sie waren beschäftigt ihr sumpfiges Land Quadratmeter für Quadratmeter trocken zu legen.

Was für die Friesen wertlos war, gefiel den Handelsleuten aus Noord-Holland: die Inseln boten in ihren Häfen Schutz und die Leuchttürme auf den Inseln wiesen den Handelschiffen den Weg. Die Holländer bauten ihre typisch dunkelgrünen Holzfassaden und sprachen ihre Sprache auf den Inseln. Das blieb so bis tief in’s zwanzigste Jahrhundert, obwohl Leeuwarden viel näher war als Amsterdam.

Die Nazis interessierte die ganze Historie wenig. Ihnen schienen die historischen Grenzen unpraktisch und teilten Vlieland und Terschelling der Provinz Friesland zu. Das fand man nach dem Krieg auch in Den Haag logisch. So kam Friesland zu seinem höchsten Punkt. Dem Vuurboetsduin in Vlieland. Ein schöner Hügel. Stolze 45 Meter über dem gemittelten Meeresspiegel. Auf dem höchsten Punkt steht der kräftig rot bemalte Leuchtturm. Von der ganzen Insel und schon weit vom Wasser zieht er die Blicke an.

Bewartet ist der Leuchtturm schon lange nicht mehr. Aber der längst pensionierte Wärter öffnet den Turm manchmal für Touristen. Wir stiegen die enge Treppe hoch und schauten über die friedliche Insel und das ruhige Wasser. Weit weg von allen Sorgen und der stürmischen Zeit als deutsche Soldaten in ganz Europa neue Grenzen zogen.

Teil der Serie: Die höchsten Punkte der Niederlande.

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