
Bestimmt hat Everard Meyster – wie viele ander auch – gehofft nach seinem Tod in Erinnerung zu bleiben. Er schrieb Lieder und Gedichte. Baute Häuser und Landgüter. Gute Grundlagenarbeit um in die Geschichte einzugehen.
Doch sein Feingeist ist vergessen und die Bauten bringen nur gut informierte Mittelalterhistoriker mit Everard in Verbindung. In Erinnerung bleibt der reiche Schnösel für eine Bieridee. Im Sommer Sechszehnhunderteinundsechzig überzeugte Everard die Einwohner der Stadt Amersfoort einen Findling in’s Stadtzentrum zu ziehen. Ein tonnenschweres Gestein. Neun Kilometer weit. Einfach so. Den Jonker kostete die Aktion Bier und Brezeln für die Arbeiter. Das ist überliefert. Vierhundert Menschen halfen mit.
Zuerst waren die Amersfoorter noch Stolz auf ihren grossen Stein. Auf dem zentralen Platz stellten sie ihn aus. Doch als der Rausch ausgeschlafen war, schämten sie sich für die sinnlose Aktion. Sie vergruben ihn an Ort und Stelle. Über zweihundert Jahrte lang kümmerte sich niemand um den grauen Klotz. Die stolze Stadt Amersfoort hatte andere Errungenschaften auszuweisen.
Bis zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Eisenbahnen verbinden nun das Land. Die Welt wird grösser und für eine Kleinstadt ist es schwieriger sich von der Masse abzuheben. Die Amersfoorter erinnern sich an die Torheit ihrer Vorfahren. Tatsächlich finden sie den Stein vergraben im Stadtzentrum. Was lange Scham war wird nun Stolz. Sie bauen ein Podest für den Findling. Eine Messingplatte wird angebracht um für immer an die Tatkraft der stolzen Amersfoorter zu erinnern. Und dem Feingeist, der dieses grossartige Werk erdachte, der die Arbeiter grosszügig mit Speis und Trank belohnte: Everard.