Zweitageswanderung. Von Interlaken in’s Kiental

2020 haben wir ein Projekt begonnen. Eine Wanderung mit Start in Zürich und einer Ankunft irgendwann am Meer. Das Ziel ist klar, der Plan wenig konkret. Drei Jahre nach dem Start folgt dieser Sommer die zweite Etappe. Der Plan ist von Interlaken nach Kandersteg zu wandern. Den dritten Wandertag mussten wir aber in einen Ruhetag umändern. So endet die zweite Etappe in Kiental.

Tag 1: Interlaken zum Pochtenfall. 15.4km, 1’080 Höhenmeter.

Wir starten beim Bahnhof Interlaken. Der Weg führt uns durch Gewerbegebiete und entlang der Autobahn. Kurz vor Därligen zweite unsere Route von der Autobahn ab und beginnt zu steigen. Die Landschaft wird schöner. Der Lärm der Zivilisation wird weniger. Bei der Meielisalp setzen wir uns auf eine Bank und essen zu Mittag. Gegenüber auf der Minigolfbahn vertreiben sich Rentner ihre Zeit. Wir bauen spontan die Panaromabrücke Leissingen in die Route ein. Ich überquere sie mit weichen Knien. Danach steigt die Route stark an. Der Aubslick über Thuner- und Brienzersee wird immer eindrücklicher. Nach der Horenegg führt uns der Weg in den Horewald. Blumen, Farne und Moose. Alles wächst und blüht. Angekommen auf der Greberegg schauen wir runter in’s Suldtal. Der Abstieg ist steil und macht wenig Freude. Wir übernachten im Restaurant Pochtenfall. Heute Dienstag ist dort Ruhetag. Die Wirtin Barbara öffnet aber freundlicherweise am Abend für uns. Sie erzählt von der Geschichte ihrer Familie, der Beziehung zu ihrem Vater Nationalrat Fritz Hari, ihrer Ausbildung zur Eidgenössisch diplomierten Restaurateurin, ihren Reisen nach Asien und den Herausforderungen der Gastronomie Post-Corona. Sie scheint froh sind auch am Ruhetag Gäste da. Zu still wäre es für sie sonst in diesem abgelegenen Flecken Welt. Wir geniessen unsere Rösti, trinken ein Bier und dann legen wir uns schlafen im Massenlager.

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Tag 2: Pochtenfall nach Kiental. 11.7km, 764 Höhenmeter.

Nach einer mässig angenehmen Nacht im muffigen Massenlager gibt uns der von Barbara frisch gebackene Zopf Energie. Ziel heute ist das Naturfreundehaus Griesalp/Gorneren. Der Weg Richtung Renggpass steigt sanft an bis zur Undere Obersuld. Hier kaufen wir das erste mal Käse. Der Weg wird steiler. Wie durchqueren Alpwiesen mit Blumen, die ich noch nie gesehen habe. In der Region wachsen seltene wilde Orchideen lese ich später. Die Steigung treibt uns den Schweiss auf die Stirn. Angekommen auf dem Renggpass freuen wir uns über eine Rast. Wir schauen runter zu dem neunhundert Meter tiefer gelegen Kiental. Der Weg nach unten führt uns an der Rengg vorbei. Das Älplerpaar ist am chäsen und hat sichtbar Spass bei der Arbeit. Wir haben eigentlich schon Käse gekauft und der Weg in’s Tal ist noch weit. Eine Kostprobe stimmt uns aber schnell um. Der Weg nach Kiental folgt der Alpstrasse. Das schont die Knie, macht den Abstieg aber nicht unterhaltsamer. Wir freuen uns, als wir endlich Kiental erreichen. Nienke wünscht den Weg zur Griesalp mit dem Postauto zurück zu legen. Zu streng war der Tag. Wir sind entäuscht. Aber die Postautofahrt heitert uns gleich wieder auf. Die Strecke führt durch eine wunderschöne Landschaft, vorbei an Wasserfällen auf eine Strasse mit bis zu 28% Steigung. Auf dem Weg stoppt die Chauffeuse und erzählt uns Geschichten zu den Sehenswürdigkeiten. Ohne viel Anstrengung kommen wir so auf der Griesalp an, geniessen ein Dessert und gehen von dort zum Naturfreundehaus.

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Tag 3: Ein Tag in Gorneren/Griesalp mit einer kleinen Wanderung zum Gamchi.

Wir beschliessen noch einen Tag im Natufreundehaus zu bleiben. Wir fühlen uns wohl bei Dani und Nienke hat nicht die Energie die Tour weiter zu führen. Erst am späten Morgen brechen wir auf Richtung Gamchi. Wir setzen uns ans kühle Wasser. Später kehren wir in der Alp Gamchi ein. Ich bestelle einen selbstgemachten Ziegenkäse mit Salat. Während ich auf das Essen warte eilt die Bäuerin in den Garten. Frischeren Salat habe ich noch selten gegessen.

Tag 4: Abstieg nach Kiental.

Am vierten Tag wandern wir von Gorneren nach Kiental. Wir kommen nur langsam voran. All die Wasserfälle zu bestaunen braucht Zeit. Aber auch so kommen wir noch früh genug um in der Bäckerei Aellig einzukehren. Nienke lernt kennen, was ein Bienenstich ist. Die Zucker-Fett-Kombination überzeugt sie sofort. Danach geht es mit dem Postau in’s Tal.

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