





Was ich nicht erwartet hätte, bevor ich in die Niederlandge zog: ich vermisse Aussicht. Ohne Höhenmeter schaut man nie in’s Tal. Die Sonne verschwindet abends nie hinter einem Hügelzug und der Horizont endet imnmer am nächste Gebäude oder in der flachen Ferne. Darum habe ich mir zum Geburtstag eine Aussicht gewünscht.
Nienke organisiert eine Reise zum Signal de Botrange, dem höchsten Punkt Belgiens. Mit fast 700 Metern mehr als doppelt so hoch wie der höchste Punkt der Niederlande. Praktischerweise liegt der Botrange ganz nahe von Spa. Der Ort wo die Bäder und Behandlunge, die man heute Spa nennt, erfunden wurden. 260 Meter über mehr liegt das Städtchen in einem Tal. Im Zentrum führt eine Standseilbahn hoch zum Spa von Spa. Ich habe einen Bade-Palast aus der Belle Epoque erwartet. Tatsächlich befinden sich die Thermes de Spa in einem wenig spektakulären Gebäude aus den 2010er-Jahren. Erst später bei einem Spaziergang finden wir den alten Bäderpalast im Stadtzentrum. Viel zu klein für den Massentourismus wartet er auf Budget für eine Renovierung. Ein Schicksal, dass die vielen historischen Gebäude in Spa gemeinsam haben.
Unsere Unterkunft La Villa du Pré Du Cerf liegt ein wenig ausserhalb. Mit dem gewünchten Blick über Wiesen und Wälder. Direkt aus unserem Zimmer. Ich stehe am Fenster und geniesse. Am nächsten Tag unterhemen wir eine Sonntagsfahrt bei schlechtem Wetter. Runter in Täler. Hoch auf Hügel. Wir besuchen die Burg Reihnardstein. Wir essen zu Mittag in der Distellerie Rademacher. Die Bedienung ist auf Deutsch, Flämisch und Französisch. Ich mag das Sprachdurcheinander in Belgien.
Den Signal de Botrange hätten wir fast verpasst. Eingeklemmt zwischen Parkplatz und Beiz liegt ein aufgeschütteter Hügel. Wir steigen die sechs Meter den künstlichen Hügel hoch. Es fällt Nassschnnee und ein kalter Wind zieht uns um die Ohren. Auf exakt siebenhundert Metern über Meer suchen wir den Blick in die Ferne. Doch ausser Baumwipfeln, der Beiz und dem Parkplatz gibt es nichts zu sehen.