Nienke und ich wollten diesen Sommer durch die Niederlande radeln. Auf der Suche nach einer spannendenRoute sind wir auf die List der Unesco-Welterbestätten gestossen. Die neun Statte liegen in Veloabstand verteilt zwischen Rotterdam und der Nordseeküste.
Tag 1: Von Roosendaal nach Dirksland. Delta-Werke.




Der Zug endete ungeplant in Roosendaal. So wurde nichts aus der geplanten Tour über die verschiedenen Hauptdämme der Delta-Werke. Aber schon die kleineren Seitenbauten der Delta-Werke waren beeindruckend.
Tag 2: Dirksland nach Rotterdam. Van Nellefabriek.





Von dem kleinen Dorf Dirksland näherten wir uns über den den Haringvlietdam Rotterdam. Die Route führte uns entlang der Industrieanlagen von Rozenburg und Botlek. Wir gucken kurz bei der Van Nellefabriek vorbei. Aber Anzuschauen gibt es dort nicht viel. Kein Museum. Nicht einmal eine Uneso-Infotafel. Höhepunkt des Tages war unser Bed & Breakfast „Maasview“ in Rotterdam. Direkt an der Maas gelegen verbrachte ich den Nachmittag mit Schiffe-Angucken.
Tag 3: Rotterdam nach Utrecht. Kinderdijk.





Wir radeln aus Rotterdam zum Kinderdijk. Die letzten Meter mit einer Fähre. Der Besuch an dieser Touristenhochburg lohnt sich. In den Mühlen gibt es Müller, die mit Freude ihre Arbeit und das Mühlensystem erklären. Danach sind noch viele Kilometer nach Utrecht vor uns. Aber das Wetter meint es gut: wir kommen mit Rückenwind blitzschnell voran.
Tag 4: Utrecht nach Urk. Rietveld-Schröderhaus.




Am Morgen gucken wir kurz beim Rietveld-Schröderhaus vorbei. Von Aussen sieht man wenig und wir haben keine Eintrittskarten gekriegt. So machen wir ein Selfie und radeln weiter. Am Mittag beginnen wir nach einem Restaurant Ausschau zu halten. Wir sehen eine Schild von Tom’s Creek. Vor Ort stellen wir fest: Tom’s Creek ist eine Teichanlage für Hobbyfischer. So mieteten wir eine Angel und fischen unser Mittagessen selbst. Mit ein viel Hilfe eines Stammgastes klappt es nach einer Stunde am Teich tatsächlich. Am Ende liegen sogar vier Fische auf dem Teller. Die Kalorien können wir gebrauchen. Es regnet danach den ganze Weg nach Urk und der Wind ist dauernd gegen uns.
Tag 5: Urk nach Lemmer. Schotland & Wouda Gemaal.





Auf dem Weg nach Schokland kämpfen wir gegen den Wind. Wir fühlen uns verbunden mit den Fischern, die vor vielen Jahren auf der ehemaligen Insel lebten. Nach einem warmen Mittagessen radeln wir weiter in Richtung Lemmer zum Wouda Gemaal. Einer massiv grossen Pumpe um Friesland trocken zu halten.
Tag 6: Lemmer nach Schettens. Waddenzee in Harlingen.





Eigentlich ist heute eine Wattwanderung geplant. Die Waddenzee ist das einzige Naturdenkmal auf der niederländischen Unesco-Liste. Doch nach Tagen mit Regen und Wind haben wir genug von wilder Natur. Wir essen in Harlingen mit Blick auf die See zu Mittag. Das muss als Besuch dieser Unesco-Stätte reichen. Auch wollen wir genügend Zeit haben für unseren Übernachtungsort. In Schettens haben wir eine Kirche gebucht. Nicht ein Zimmer in einer umgebauten Kirche oder ein Zimmer im Pfarrhaus. Sondern eine ganze Kirche, wo einmal im Monat Messe gefeiert wird. Wir setzen uns in die bequemen Fauteuil im Kirchenschiff, trinken Wein und versuchen die passende Musik für den Raum zu finden. Später am Abend schaut der lokale Historiker und Mitinitiator des Kirchenhotels André Buwalda vorbei und fesselt uns mit seinen Geschichten über die Adeligen und die Krieger die in der Kirche begraben liegen. Wir schlafen trotzdem freidlich. Der Rotwein hat geholfen.
Tag 7: Schettens nach De Rijp. De Beemster.



Langsam wird mir das Radeln genug. Der Wind ist weiterhin gegen uns. Egal in welche Richtung wir pedalen. Heute ist’s zum Glück nicht weit. Via Zurich (das in Friesland, nicht das in der Schweiz) geht’s auf den Afsluitdijk. Selbst über diesen gewaltigen Erdwall fahren dürfen wir leider nicht. Er wird für den Klimawandel erhöht. Ein Bus bringt uns auf die andere Seite. Wir durchqueren Nord-Holland in Richtung Süden. Ziel ist der Beemster. Einer der ersten Polder der Niederlande. Hier ist Kampf zwischen Mensch und Natur ausgefochten. Zugunsten der Menschen. Die Bäume sind in einer Reihe. Die Strassen verlaufen rechtwinkelig zueinander. Die Felder sind rechteckig und die Häuser quadratisch. Wir übernachten in einem dieser quadratischen Häuser.
Tag 8: De Rijp nach Amsterdam. Stelling van Amsterdam.




Schon nach wenigen Kilometern sind wir beim nächsten Unesco Weltkulturerbe: der Stellung von Amsterdam. Sowas wie ein Réduit auf niederländische Art. Statt mit der Hilfe von Bergen hatten die Niederländer vor sich mit Wasser abzuschotten. Wir besuchen den Festung Spijkerboor. Danach geht’s weiter durch den Regen nach Purmerend. Nach einem Zwischenstopp bei Nienke’s Eltern machen wir uns auf den Weg nach Amsterdam.
Tag 8: Amsterdam. Kanalring von Amsterdam.

Das Rennrad bleibt heute Zuhause. Wir steigen auf das schwere Hollandrad. Ziel: das letzte Unesco Weltkulturerbe auf der Liste. Der Kanalring von Amsterdam. Wir schlendern durch die Strassen, trinken Kaffee und machen ein paar Fotos. Ein ganz normaler Sonntag eben.
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