The Office

BBC Office – Cookie Jar scene. Video wurde beim Editieren entfernt. Benedikt Vogel, 19. März 2014.

Wenn ihr einmal das britische Original von Stromberg gesehen habt, dann könnt ihr Euch ziemlich gut
vorstellen, wie es hier um mich herum bei der Arbeit aussieht. Nach acht Stunden
täglicher Anwesenheit seit fast drei Monaten habe ich so einige Charaktere,
lustige Momente, Wutanfälle gegen Rechner und sonstige technische Monster, und
einiges mehr kennengelernt. Am 15. März bin ich das erste Mal hier ins European
Office eingerückt und war erstaunt, wie viele Menschen sich hier in einem Grossraumbüro
ihren Alltag teilen. Wir sind um die 50 Mitarbeiter in einem Raum, jeder hat
einen „Cubicle“, es tippt und telefoniert und schwatzt und diskutiert und
flucht und lacht und schmatzt nur so munter um einen herum. Nachdem ich stolz
meinen Arbeitsplatz bezogen habe, ging es hochmotiviert los. Wir sind ein ziemlich
multikultureller Haufen: Holland, Frankreich, Russland, Tschechien und
Deutschland sind vertreten, doch die meisten sind schon wahre Briten geworden.
So geht der Arbeitsalltag mit Tee los, teamweise wird zum Wasserkocher
gepilgert, es ist ein wahres Ritual und wird mindestens drei Mal täglich wiederholt.
Bei einer Tasse Tee lässt es sich einfach besser über Gott und die Welt diskutieren
und dieses 10-minütige Vergessen des grauen öden Büroalltags um einen herum ist
lebensnotwendig für meine Mitarbeiter und mittlerweile auch für mich. Jeder hat
seine Rolle, vom Unterhalter, Cockie-Monster, dem Nahrungsbeschaffer bis hin
zum mütterlichen Betreuer, der für das
ganze Team Tee kocht. Meine Rolle ist mir noch nicht ganz klar geworden, ich
weiss nur, dass sie mich alle für verrückt halten, da ich alle zwei Tage mit
meinen Turnschuhen in der Mittagspause über die Hügel renne um meine überflüssige Energie loszuwerden und um nicht auf
dem Bürostuhl wahnsinnig zu werden. So sehen sie, glaube ich, das German girl
als etwas seltsam bewegungsfreudig an, und bieten mir jeden Nachmittag einen
Ginger-Keks mehr an. Da ich hier immer wieder an meiner Magisterabeit schreibe,
habe ich von einer Mitarbeiterin ein paar schreiend rote Lärmschutzhörer
geschenkt bekommen, die alle vorbeipilgernden Mitarbeiter bis heute äusserst
belustigen. Ich liebe aber diese Dinger, wenn ich sie aufsetze, bildet sich
eine Glasglocke um mich herum, das Geschwatze wird still, die klingelnden
Telefone verstummen, eine herrliche Oase der Ruhe…so nehme ich gern auf mich,
für den Rest des Offices belustigend zu sein. Denn ohne die Dinger auf dem
Kopf, hätte ich Euch das gerade nicht schreiben können…Jetzt ist es aber wieder
Zeit zurück in die Realität einzutauchen, back to the Office!

Post geschrieben von Sarah Netzhammer.

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